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The Last Video Store
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BEWERTUNG |
23.01.2026 von MarSFrüher Treffpunkt und Anlaufstelle für jeden Film-Nerd, heute eine aussterbende Art: Videotheken. Weniger als 50 Videotheken sind aktuell in Deutschland verblieben, Tendenz weiter sinkend. Für all diejenigen, die die gute alte Zeit vermissen (beziehungsweise sich überhaupt noch an diese erinnern) präsentiert Lighthouse Home Entertainment nun die Horrorkomödie The Last Video Store...
Kevin (Kevin Martin) ist ein Nerd mit Leib und Seele, und ein wandelndes Lexikon wenn es um VHS-Filme geht. Kein Wunder, ist er doch der letzte verbliebene Videothekenbetreiber, der standhaft seine "Blaster Video" Filiale am Laufen hält, obwohl regelmäßige Kunden mit nur wenigen Ausnahmen schon längst der Vergangenheit angehören. Umso erfreulicher scheint es, als die junge Nyla (Yaayaa Adams) eines Tages im "Blaster Video" auftaucht, um die VHS-Kassetten ihres Vaters zurückzugeben. Doch nicht nur, dass die Kassetten allesamt nicht zurückgespult wurden, sondern zwischen den Tapes befindet sich auch eine Kassette, die selbst der scheinbar allwissende Kevin nicht zuordnen kann. Leider entpuppt sich das Tape jedoch direkt nach dem Start als "Videonomicron", das kurzerhand einen uralten Fluch entfesselt und damit Nyla und Kevin in höchste Gefahr bringt...
The Last Video Store ist - ganz wie es zunächst den Anschein hat und beim Einlegen in den Player ohne Zweifel auch vom Publikum erhofft wird - ein herrlich nostalgischer Trip zurück in die 80er, in denen jeder Freitag und Samstag Abend für einen Besuch in der Videothek des Vertrauens reserviert war, man durch die Abteilung der Neuheiten geschlendert ist, um sich die Klappentexte durchzulesen und zu entscheiden, welches Tape würdig war, einem die Nacht zu versüßen. Ein entschleunigtes Video-on-Demand sozusagen, fernab vom Überangebot der Streaminganbieter und dem Motto "Masse statt Klasse". Und so ist es kaum verwunderlich, dass sich The Last Video Store eindeutig an eben die Generation richtet, die diese Zeit miterlebt und geliebt hat, wogegen jüngere Zuschauer wohl kaum verstehen werden, warum das Werk von Tim Rutherford und Cody Kennedy so großartig ist. Auf Grundlage des eigenen, bereits im Jahr 2013 entstandenen gleichnamigen Kurzfilms feuert The Last Video Store ein regelrechtes Feuerwerk an Hommagen, Querverweisen und Erinnerungen an das Videozeitalter ab, und erweist damit der Vergangenheit alle Ehre - ist sich aber aber gleichzeitig bewusst, dass Selbstironie und Übertreibung wohl der beste Weg sind, um die Liebe zu den oftmals trashigen, schlecht gealterten und von miesen Effekten dominierten Streifen dieser Zeit wirklich rechtfertigen zu können. Wohl genau aus diesem Grund haben sich Tim Rutherford und Cody Kennedy dazu entschieden, mit Kevin Martin einen Hauptdarsteller einzusetzen, der auch im wahren Leben tatsächlich eine Videothek betreibt, und daher genau weiß, wovon seine Figur spricht und wie viel Leidenschaft hier mit im Spiel ist. Abgesehen von der charmanten Reise in die Vergangenheit mit grandiosem Retro-Feeling hat The Last Video Store nämlich weder erzählerisch, noch inhaltlich, allzu viel zu bieten. Wenn man allerdings weiß, worauf man sich hier einlässt, und gerne in trashiger Nostalgie badet, dann ist man hier genau an der richtigen Adresse...
Details der Blu-ray
Trotz Low-Budget Produktion und Retro-Style zeigt sich die Blu-ray unerwartet sauber, klar und scharf. Beinahe ist es etwas schade, dass hier nicht mehr mit ein paar Stilmitteln gearbeitet wurde, aber immerhin erstrahlt so jedes kleine Detail (und von denen gibt es bis in die Hintergründe reichlich) sowie jeder Effekt in seiner vollen Pracht. Akustisch sticht vor allem der stilvolle Synthesizer-Soundtrack hervor, der für die perfekte Stimmung sorgt, wogegen das übrige Sounddesign zwar kraftvoll, aber nicht allzu raumfüllend wiedergegeben wird. Die Sprachausgabe erfolgt durchwegs klar und verlustfrei und bleibt die ganze Zeit über gut verständlich. Cover & Bilder © Lighthouse Home Entertainment - All rights reserved. Das Fazit von: MarS
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