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Him - Der größte aller Zeiten
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BEWERTUNG |
26.02.2026 von MarSMit seinen bisherigen Werken Get Out, Wir und Nope konnte Jordan Peele zwar die Kritiker überzeugen, die Filmfans allerdings spalteten seine eher schwergängigen und eigenwilligen Filme in zwei Lager. Für den Mystery-Thriller Him - Der größte aller Zeiten überlies Peele als Produzent nun Justin Tipping den Regiestuhl, der mit seinem Debütfilm Kicks im Jahr 2016 ein bemerkenswertes kleines Drama-Highlight abgeliefert hat. Von uns erfahrt Ihr, ob sich diese Zusammenarbeit gelohnt hat...
Kurz vor seinem geplanten Durchbruch beim NFL Scouting Combine wird der aufstrebende Quarterback Cameron "Cam" Cade (Tyriq Withers) brutal angegriffen, wobei er ein massives Schädel-Hirn-Trauma erleidet. Doch noch bevor Camerons Hoffnungen endgültig verloren sind, meldet sich unerwartet sein großes Idol Isaiah White (Marlon Wayans), der amtierende NFL-Superstar, und bietet ihm an, ihn auf seinem abgeschiedenen Anwesen zu trainieren. Kurzerhand stimmt Cameron dem verlockenden Angebot zu, ohne jedoch zu wissen, auf was er sich damit eingelassen hat...
Wüsste man nicht, dass Jordan Peele hier nur als Produzent beteiligt gewesen ist, könnte man beinahe schwören, er hätte mit Him - Der größte aller Zeiten seinen vierten Spielfilm abgeliefert. Während Justin Tipping nämlich ganz im Gegensatz zu seinem Debütfilm Kicks hier mit deutlich weniger Feingefühl und schockierender Realitätsnähe arbeitet, schreit der wilde, auf Style getrimmte Mix aus plumper und wenig subtiler Kritik am Profisport, aufdringlicher Symbolik und gorelastigen Horrorelementen geradezu nach dem Einfluss Peeles - nur eben weitaus leichtgängiger und massentauglicher. Und genau damit wachsen auch für Tippings Him - Der größte aller Zeiten die Problematiken, die bereits bei Peeles bisherigen Werken für zwiegespaltene Meinungen gesorgt haben, nur auf einer anderen Ebene. Denn während das Ganze zweifellos absolut stilsicher, ästhetisch und ansprechend in Szene gesetzt wurde, fehlt es insgesamt doch sehr deutlich an Inhalt, Tiefgang und einer erkennbaren Richtung. Episodenhaft in Kapitel entsprechend der einwöchigen Trainingseinheit eingeteilt manövriert sich Him - Der größte aller Zeiten von einer Sequenz zur nächsten, und entwickelt sich dabei im Verlauf zunehmend bizarrer und absurder, immer wieder durchbrochen von plötzlichen WTF-Momenten und drastischen, bluttriefenden Gewaltspitzen. Das wirkt zwar insgesamt durchaus unterhaltsam und faszinierend, reduziert den Mystery-Thriller aber letztendlich auf seine "Style over Substance" Darbietung. Dies ist vor allem deshalb extrem schade, da sich Tyriq Withers und Marlon Wayans sichtlich viel Mühe geben, ihre Rollen perfekt auszufüllen, und beide mit extrem viel Spielfreude und Ausstrahlung bei der Sache sind. Gerade Wayans beweist hier eindrucksvoll, dass mehr in ihm steckt als der übliche Comedy-Clown, und hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck als diabolischer, undurchsichtiger Trainer mit zweifelhaften Methoden. Am Ende ist Him - Der größte aller Zeiten ein brachiales, künstlerisch hochwertig gefilmtes Brett mit stylischer Wucht, das jedoch größtenteils inhaltsleer und konfus bleibt...
Details der Blu-ray
Technisch zeigt sich die Blu-ray von bester HD-Seite. Das Bild ist äußerst scharf und detailreich, die Farbdarstellung kräftig und satt, und sowohl Kontrast wie auch Schwarzwert sind sehr gut eingestellt. Nur sehr selten fallen in den Randbereichen oder der Totalen ein paar Fokussierungsunschärfen auf, diese könnten aber ebenso stilistisch gewollt sein wie einige farblich hervorgehobene und überstrahlende Sequenzen. Die Tonspur erweist sich als äußerst kraftvoll und mit viel Druck abgemischt, was sich neben zahlreichen Effekten sowie dem treibenden Score auch am markanten Einsatz des Subwoofers bemerkbar macht. Die Dialogwiedergabe bleibt dabei dennoch stets klar, verständlich und verlustfrei. Cover & Bilder © Plaion Pictures Das Fazit von: MarS
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