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Soulmask
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BEWERTUNG |
07.05.2026 von Born2bewildSurvival-Spiele gibt es wie Sand am Meer. Das Genre kommt gut an, somit stürzen sich auch viele Entwickler und Publisher darauf und versuchen einen Hit zu landen. Soulmask von Qooland Games lief jetzt schon einige Zeit im Early Access und ist nun mit einem riesigen Update und DLC in der Version 1.0 erschienen. Warum aber sollte es den Weg auf Eure PCs finden? Was unterscheidet es von anderen Genrevertretern und warum habt Ihr eine Maske auf? All das erfahrt Ihr in unserem Review…
Im Zuge eines schnell zusammengeschnittenen, etwas verwirrenden Intros erstellt Ihr einen Charakter und dürft die Maskenfarben wählen. Dann geht es weiter mit dem Intro, das vom Stil her an Dune mit den Sandwürmern, die Mumie mit den Sandstürmen und Stargate mit den Portalen, Außerirdischen und Gottheiten erinnert. Dann wacht ihr auf, habt eine Maske auf, aber nirgendwo liegt Stroh. Denn das müsst Ihr erst einmal sammeln, um Euch nach feinster Survival-Manier am Leben zu halten und nach und nach ein Leben in der an das alte Ägypten erinnernde Welt aufzubauen. Doch das kennt man ja schon aus anderen Spielen. Eine der Besonderheiten bei Soulmask ist die namensgebende Maske, die Euch - zumindest im Bereich von „Shifting Sands“ - ermöglicht zu fliegen.
Doch damit nicht genug: Ihr stoßt sehr bald auf Barbarenlager, die nicht sehr erfreut über Euren Besuch sind und schon sehr bald entweder Euch zu Boden schicken oder Eure Peitsche und Euren Speer zu spüren bekommen. Doch bevor Ihr sie von ihrem Leid erlöst, könnt Ihr sie mithilfe Eurer Maske überzeugen Eurem Stamm beizutreten. Das erinnert ein wenig an Genrevertreter wie Conan Exiles, bei dem Ihr Euch Sklaven halten könnt. Bei Soulmask ist das anders, denn hier sind es keine Sklaven, sondern Mitglieder Eures Stammes. Ihr könnt sie nicht nur für Arbeiten einteilen und als Kämpfer mitnehmen, sondern sogar mithilfe Eurer Maske den Körper des zuvor erstellten Charakters verlassen und den Eures Stammesmitgliedes übernehmen.
Das alles wirkt schon sehr gut, ist aber im Grunde genommen nicht viel Neues, sondern erstmal nur Bekanntes in neuem Gewand. Je länger Ihr im Spiel seid, desto mehr werdet Ihr merken: Soulmask ist doch etwas anders. Es bietet mehr als nur die gewohnte Survival-Kost. Ihr könnt (oder konntet zuvor) im Spiel verschiedene Modi wählen, die den Fokus auf unterschiedliche Elemente des Spiels setzen. Wir hatten uns schon zu Beginn gefragt: Fokus auf Wirtschaft? In einem Survival-Spiel? Was soll das sein?
Je länger Ihr Euch im Spiel bewegt, desto mehr wird es sich offenbaren. Während Ihr anfangs noch ganz klassisch Eure Basis und Euren Stamm aufbaut, werdet Ihr schnell merken: Hier kann ich meine Attribute verbessern, hier meine Spezialfähigkeiten der Waffen auswählen oder meine Maskenfertigkeiten ausbauen. Das ist aber nur die Charakterentwicklung, in die Ihr Schritt für Schritt hineinwachsen werdet. Ein großer und komplexer Punkt ist dann das Management des Stammes. Hier könnt Ihr natürlich einfach an eine der Werkbänke gehen, eine Produktion verschiedener Waren planen und ein Stammesmitglied zuweisen. Ihr könnt es aber auch komfortabel über das Menü einstellen. Die Mitglieder kann man anhand Ihrer Fertigkeiten den Aufgaben und/oder Stationen zuordnen. Natürlich gibt es hier noch Verbesserungspotential, aber insgesamt fühlt es sich schon sehr gut an und lässt sich fast wie ein „Survival-Manager“ planen. Am Ende müsst Ihr sogar aufpassen, dass Ihr Euch als Charakter im Spiel nicht sogar überflüssig vorkommt, da Euer Stamm fast alles für Euch erledigen kann.
…erwartet Euch im Spiel. Dafür hat man aber an einer Lösung gearbeitet: Ein Tutorial, das Euch anhand von vielen Missionen und Missionszielen die Mechaniken des Spiels näherbringt. Hierbei ist uns aufgefallen, dass sich die Missionen in den zwei Welten (Dschungel und Shifting Sands) unterscheiden. Im Dschungel fühlte es sich eher wie für Anfänger an, in Shifting Sands eher wie für Erfahrene. Dafür fühlte sich der Fortschritt in der Wüste aber auch etwas langsamer an. Insgesamt wird man aber gut in die Funktionen des Spiels eingeführt, zumindest in die wichtigen, die Details haben wir im Rahmen unserer bislang 190 Stunden Spielzeit selbst entdeckt. Und das interessante dabei: Gefühlt sind wir ungefähr bei der Hälfte der Entwicklung unserer Charaktere. Dungeons haben wir noch kaum betreten, unsere Schiffe können noch nicht fliegen, also es gibt noch sehr viel zu entdecken und wir haben auch etwas gezögert „jetzt schon“ das Review zu schreiben. Doch wenn wir warten, bis wir „durch“ sind, ist es etwas spät. Der Umfang des Spiels ist schon gigantisch und wir sprechen hier nur von Shifting Sands.
Viele schöne Landschaften und dann so ein Betonblock?
Die Stärke fast aller Survival-Spiele ist das flexible Bauen. Das ist aber auch immer wieder ein Fluch, denn viele Spieler*innen (zu denen wir uns auch zählen würden) sind in der Kreativität etwas eingeschränkt und bauen einfach Ihre viereckigen Basen in den Dschungel oder die Wüste. Das sieht dann schon etwas unschön aus und stört die Atmosphäre etwas. Ebenso wie die Seilbahnen, die Ihr im Spielverlauf kennenlernen werdet. Mit Ihrer Hilfe könnt Ihr windbetriebene Minen errichten und die Ressourcen über lange Distanzen vollautomatisch zu Eurer Basis befördern. Je voller Euer Server ist, je mehr dieser Seilbahnen werden in der Landschaft rumstehen. Außerdem bieten die Erzvorkommen immer nur drei Plätze für Minen, was auch sehr schnell für Frust sorgen kann (wir spielen nur PvE, bei PvP sieht das vermutlich noch ganz anders aus). Aber wenn man das nicht will, kann man ja auch alleine spielen. Insgesamt bietet einem das Spiel sehr viele Möglichkeiten, eine schöne Basis zu errichten. Es gibt sogar für die (Luft-)Schiffe-Vorlagen, die man nachbauen kann.
Wenn Ihr dann doch einmal an Eurer Seilbahn durch die Gegend fahrt, könnt Ihr sehr schön die weiten und schönen Landschaften genießen. Die Grafik ist sehr gut und die Gebiete sind liebevoll gestaltet. Alles in allem passt es sehr gut zusammen und man fühlt sich im alten Ägypten oder dem Dschungel sehr wohl. Lasst Euch zwischendrin nicht von der verwaschenen Gegend frustrieren: Das ist kein Grafikfehler, das bedeutet: Ihr habt Hunger, Durst oder müsst dringend mal schlafen!
Hinter den imposanten Bauten dann doch nur Pappmaschee?
Nach dem ganzen Lob muss es dann doch auch einige Kritikpunkte geben? Natürlich! Hierzu gehören an vielen Stellen noch Übersetzungsfehler oder Tippfehler in den Texten, die - sofern man sie liest - etwas stören. Ebenso ist uns in unserer Zweiergruppe aufgefallen, dass man viele Encounter oder Dungeons zweimal machen muss, da die Quest-Items nur einmal in den Truhen gelootet werden können. Das ist leider gerade bei schweren Bossen schon etwas frustrierend. Bei Dungeons habt Ihr auch das Problem, dass diese nicht instanziert sind und so auch andere Spieler*innen vorbeikommen könnten und Euch den Loot „klauen“ können. Generell gibt es zwar keine Gruppenfunktion, man kann aber als Clan gemeinschaftlich die Gegend erkunden und die Basen errichten. Ebenfalls frustrierend war für uns die Kollisionsabfrage bei Geschossen. Während die Gegner (genreüblich) feucht fröhlich durch Wände schießen, scheiterten die eigenen Pfeile und Speere schon an Lagerfeuern, die scheinbar bei Kollisionen als Box und nicht als Lagerfeuer gelten. Auch das Überladen der Charaktere und Tiere schien uns zu früh zu kommen. Laut Anzeige hatten wir oft noch Platz, liefen aber vorher schon langsam.
Aber, die größte „Pest“ unserer Ausflüge in der Wüste waren die Skorpione. Überdurchschnittlich stark erscheinen sie immer wieder plötzlich aus dem Nichts und greifen einen mit Gift an. Gefühlt bin ich (Alex) häufiger an Scorpionen als an starken Elitegegnern gestorben. Ebenfalls möchten wir an der Stelle auch darauf hinweisen: wenn Ihr Gegenstände für eine Quest herstellen müsst, solltet Ihr sie selbst herstellen oder explizit beim Erstellen über die Warteschlange anwesend sein. Stellt ein NPC für Euch den Gegenstand her, kann es sein, dass Ihr das Quest nicht erfüllt. Das ist für den Fortschritt nicht schlimm, da man diese Quests auch skippen kann, aber wir haben uns schon daran orientiert und wollten sie jeweils auch lösen.
Genug aber der negativen Punkte, zum Abschluss noch ein paar positive Aspekte: Die Bauelemente sind wirklich schön gestaltet und man hat viel Raum für Kreativität. Ebenfalls schön ist, dass man beim Bauen beispielsweise nicht darauf achten muss, wie viele Wände und Türen man baut, bevor man sie dann aufstellt, sondern bei vielen Bauelementen kann man beim Aufstellen das „Aussehen“ auswählen. Bei Wänden beispielsweise verschiedene Wändearten oder eben Türrahmen. Bei der Seilbahn beispielsweise Basis-Stationen, Seilwinden oder Pfosten. Wobei letzterer meiner Ansicht nach von den Ressourcen her weniger kosten sollten als der Rest. Ebenso gut finden wir, dass man viele Gebäude(-teile) auch versetzen oder upgraden kann, wenn man das neue Bauteil schon im Inventar oder den Kisten hat. Letztere dienen auch allen Basis-Bewohnern als Quelle beim Craften. Damit man nicht den Überblick verliert, gibt es im Menü auch eine Stammesübersicht aller Ressourcen. Ach, es gibt noch so viel mehr, über das man schwärmen kann. Jetzt müssen wir aber leider weiterspielen… Cover & Bilder © Qooland Games Das Fazit von: Born2bewild
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Inspiriert vom alten Ägypten
Eine Flut an Menüs, Funktionen, Subfunktionen und Fertigkeiten…




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