Silent Night, Deadly Night

Silent Night, Deadly Night

Originaltitel: Silent Night, Deadly Night
Genre: Slasher • Thriller
Regie: Mike P. Nelson
Hauptdarsteller: Rohan Campbell • Ruby Modine
Laufzeit: DVD (92 Min) • BD (96 Min)
Label: Studiocanal
FSK 18

Silent Night, Deadly Night   02.04.2026 von MarS

2012 hatte Stephen C. Miller dem Kult-Slasher Stille Nacht, Blutige Nacht mit seinem Remake Silent Night - Leise rieselt das Blut bereits einmal neues Leben eingehaucht. Nach dieser recht freien Interpretation des Originals widmet sich Mike P. Nelson (Wrong Turn - The Foundation) mit seiner Version von Silent Night, Deadly Night nun wieder einem klassischen Remake - jedoch nicht ohne dem Ganzen trotzdem eine ganz eigene Note zu verleihen...


Inhalt

 

Als Achtjähriger musste er mitansehen, wie seine Eltern von einem Killer im Weihnachtsmannkostüm brutal ermordet wurden. Inzwischen ist Billy Chapman (Rohan Campbell) Erwachsen und selbst zum Killer geworden, während er noch immer von den Erinnerungen an das traumatische Ereignis in seiner Kindheit geplagt wird. Als Billy jedoch wie immer in den letzten zehn Jahren seinen ganz persönlichen Adventskalender abarbeitet, um schlechte Menschen zu bestrafen, lernt er die hübsche aber etwas sonderbare Pamela (Ruby Modine) kennen, zu der er sofort eine Verbindung zu haben scheint. Doch die Stimme in seinem Kopf erinnert Billy unaufhörlich daran, dass er eigentlich eine ganz andere Aufgabe zu erfüllen hat...

 

Plumpe Slasher mit hohem Bodycount und immer brutaleren Kills gibt es inzwischen so viele, dass es beinahe schon ermüdend wirkt. Was früher die Zuschauer schockierte und für einen langjährigen Ausflug auf den Index sorgte, entlockt dem Publikum heute kaum noch ein müdes Lächeln, und so ist es eine wahre Wohltat, dass sich Regisseur (und Drehbuchbuchautor) Mike P. Nelson dazu entschieden hat, seinem Remake einen übernatürlichen Touch zu verleihen - und damit beinahe dem ursprünglichen Genre zu entfliehen, ohne jedoch damit dem Original untreu zu werden. Keine banale Kopie ohne Eigenständigkeit im modernen Gewand also, sondern ein echtes Remake...

 

Geschickt distanziert sich Silent Night, Deadly Night damit von gängigen Genre-Klischees, und sorgt in Verbindung mit einer zusätzlich, sehr bizarren romantischen Nebenhandlung nicht nur dafür, dass der Killer im Film einen vielschichtigen und interessanten Charakter erhält, sondern dadurch auch zahlreiche Sympathiepunkte für sich verbuchen kann, die ihn letztendlich sogar zu einer Art Antihelden mutieren lassen. Für etwas heitere Auflockerung sorgt unterdessen die übernatürliche Komponente der Geschichte, die in der Art ihrer Darstellung stark an die bissigen und trockenhumorigen Kommentare eine gewissen außerirdischen Parasiten im Körper Tom Hardys erinnert, ebenso wie die Tatsache, dass sich Silent Night, Deadly Night selbst nicht wirklich ernst nimmt, sondern gänzlich auf spaßige Unterhaltung ausgelegt ist. Das klingt schwer nach einem skurrilen Kontrastprogramm, macht aber gerade den Charme dieser Neuinterpretation aus, die ihren ganz eigenen Weg geht, dabei aber dennoch ausreichend blutige Szenen mitbringt, um Slasher-Fans zumindest gnädig zu stimmen - immerhin liefert Silent Night, Deadly Night eigentlich alle bekannten Kills aus dem Original, auch wenn einige der potentiell gorelastigen Momente nicht mutig oder einfallsreich genug inszeniert wurden oder aber gänzlich im Off geschehen. 

 

Bildergalerie von Silent Night, Deadly Night (6 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Von einem teilweise stark ausgeprägten Korn sowie vereinzelten Unschärfen einmal abgesehen bietet die Blu-ray ein scharfes, ansprechend detailliertes Bild mit natürlicher Farbdarstellung sowie einem gut eingestellten Kontrastumfang. Der Schwarzwert bewegt sich auf solidem Niveau ohne ins Gräuliche abzufallen, stellt dunkle Bildbereiche aber nicht immer tiefschwarz dar. Die Tonspur gibt sich ausgewogen und liefert eine dynamische, gut ausbalancierte Abmischung. Dialoge werden klar und verlustfrei wiedergegeben, wogegen sich der sehr gelungene Score hin und wieder etwas kraftvoller präsentieren dürfte. 



Cover & Bilder © Studiocanal / Cineverse/ Heather Beckstead


Das Fazit von: MarS

MarS

Mit Silent Night, Deadly Night liefert Mike P. Nelson ein Remake ab, das tatsächlich auch eines ist. Anstatt sich komplett vom Original zu distanzieren gelingt es Nelson gekonnt, diesem gerecht zu werden und treu zu bleiben, gleichzeitig der Geschichte aber auch eine zusätzliche, ganz persönliche Note zu verleihen. So wird aus einem ehemals indizierten Slasher ein unterhaltsamer, sich nicht allzu ernstnehmender sowie mit herrlich bissigem, trockenem Humor angereicherter Genre-Mix, der einfach nur eine Menge Spaß macht. Erfrischend eigenständig und dennoch ein blutiger Slasher - nur eben einer, der mit etwas mehr Handlung und charakterlichem Tiefgang punkten kann...


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