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Moonwalker
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BEWERTUNG |
25.04.2026 von MarSNach der Veröffentlichung der gekürzten Fassung im Jahr 2010 feiert Michael Jacksons Musikfilm Moonwalker nun endlich seine HD-Premiere in der ungekürzten Version...
Durch einen Zufall werden Michael Jackson und drei Kinder Zeugen eines perfiden Plans: Der skrupellose Frank "Mr. Big" Lideo (Joe Pesci) hat vor, allen Kindern der Welt Drogen zu verabreichen, um dadurch sein zukünftiges Imperium zu sichern. Als "Mr. Big" schließlich auch noch die kleine Katie (Kellie Parker) entführt, gibt es für Michael kein Halten mehr. Um jeden Preis muss es ihm gelingen, die düsteren Pläne zu durchkreuzen und seine Freunde zu retten...
Ja, viel mehr Handlung gibt Moonwalker nicht her. Braucht der von Michael Jackson selbst geschriebene Musikfilm aber auch nicht, denn die Geschichte startet überhaupt erst nach über 40 Minuten verstrichener Film- und Lebenszeit, und endet bereits etwa 30 Minuten später schon wieder. Was davor und danach auf das Publikum einprasselt, das ist ein wilder, bizarrer und gänzlich surrealer Trip, erdacht von einem Mann, der jeglichen Bezug zur Realität verloren zu haben scheint, und der zweifellos sehr von sich selbst überzeugt gewesen ist. So beginnt Moonwalker mit einer ausgiebigen Selbstbeweihräucherung in Form von Konzertausschnitten und einem Rückblick auf das eigene Leben, begleitet von fragwürdigen historischen Zeitungs- und TV-Ausschnitten. Bevor dann die eigentliche Handlung startet, gibt es zudem noch eine niedliche Variation des Musikvideos zu Jacksons "Bad" und einen regelrechten Fiebertraum aus Knetmasse-Figuren zu "Speed Demon", was im Gesamtbild nur weiterhin unterstreicht, dass es Moonwalker einfach durchwegs an einer klaren Linie und einer erkennbaren Struktur mangelt. Wobei man ganz klar sagen muss, dass auch die halbstündige "Haupthandlung" wirklich schwer zu ertragen ist, und - ganz wie das gesamte Werk - vor allem durch die zweifellos grandiose Musik Jacksons überhaupt irgendwie zusammengehalten wird. Es ist nunmal wie es ist: Moonwalker ist ein faszinierendes Zeitdokument und das bizarre Selbstportrait eines Mannes, bei dem sich Genie und Wahnsinn nicht nur nahestanden, sondern die Hand in Hand zusammen über die Bühnen dieser Welt tanzten. Ein guter Film ist Moonwalker aber auf gar keinen Fall, nicht einmal mit der rosaroten Fan-Brille...
Details der Blu-ray
So wirklich schön sieht Moonwalker auf Blu-ray leider nicht aus, das haben andere Filme aus dem gleichen Jahrzehnt schon wesentlich besser gezeigt. Einige Szenen und Closeups offenbaren hier zwar das Potential des Materials und zeigen sich sehr scharf und detailliert, die meiste Zeit aber präsentiert sich das Bild eher schwammig und verrauscht. Hier wäre mit Sicherheit mit etwas Mehrarbeit ein würdigeres Bild möglich gewesen, gerade auch weil die - zumindest für die damalige Zeit - gelungenen Effekte auf diese Weise nicht sonderlich gut zur Geltung kommen. Immerhin waren diese (entstanden unter Hoyt Yeatman, dem Mann hinter den Effekten von Filmen wie Abyss - Abgrund des Todes oder auch Mission to Mars) einst für den Saturn Award nominiert. Auch akustisch zeigt sich die Blu-ray eher schwachbrüstig, wobei die deutsche Synchronfassung sogar nur in einer Dolby Digital 2.0 beziehungsweise PCM 2.0 Abmischung vorliegt und damit noch etwas dumpfer und dünner klingt als die immerhin in DTS-HD 5.1 abgemischte Originaltonspur. Letztere allerdings zeichnet sich auch nicht unbedingt durch Raumklang oder Kraft aus. Schön allerdings ist die Tatsache, dass Moonwalker nicht nur in der ungekürzten Fassung vorliegt, sondern neben der Neusynchronisation auch die einstige Kinosynchronisation mit an Bord hat. Auf Extras und Bonusmaterial muss allerdings verzichtet werden. Cover & Bilder © Plaion Pictures Das Fazit von: MarS
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