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Diva Futura
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BEWERTUNG |
04.01.2026 von MarSNach ihrem in ihrem Heimatland Italien mehrfach ausgezeichneten Regiedebüt Settembre präsentiert uns die gebürtige US-Amerikanerin Giulia Louise Steigerwalt mit Diva Futura die Geschichte der gleichnamigen italienischen Agentur für Pornografie, und schickt uns damit auf eine Zeitreise in die 80er und 90er Jahre...
Bereits als kleiner Junge war Riccardo Schicchi (Pietro Castellitto) von der weiblichen Schönheit fasziniert, und hatte es sich zur Aufgabe gemacht, freie Liebe und Erotik zu einer Selbstverständlichkeit zu machen. Gemeinsam mit der unter ihrem Künstlernamen "Cicciolina" bekannten Ilona Staller (Lidija Kordic) gründet Riccardo deshalb im Jahr 1983 "Diva Futura", die erste Porno-Agentur Italiens. Das Geschäft boomt und das Unternehmen wächst rasant, doch während er neben "Cicciolina" auch anderen Frauen wie Moana Pozzi (Denise Capezza) zu öffentlicher Bekanntheit verhilft und in Eva Henger (Tesa Litvan) sogar die Liebe seines Lebens findet, lernt Riccardo schon bald die Schattenseiten der Pornoindustrie kennen, die nur selten an seinen persönlichen Idealen interessiert ist...
Wer glaubt, bei Diva Futura handele es sich um ein skandalträchtiges Werk voller Erotik, Sex und nackter Haut, der wird hier sehr schnell eines Besseren belehrt. Ganz im Gegensatz zu der zentralen Figur Riccardo Schicchi, der sein Leben der Schönheit, der freien Liebe sowie der gesellschaftlichen Akzeptanz von Pornografie verschrieben hat, zeigt sich das von Giulia Louise Steigerwalt in Szene gesetzte Drama sehr zurückhaltend, und konzentriert sich stärker auf seine Charaktere sowie ein detailliertes, authentisches Setdesign, als darauf, Provokantes oder Aufreizendes zu liefern. Erzählt wird die Geschichte von Diva Futura dabei nicht nur aus mehreren unterschiedlichen Blickwinkeln, sondern auch in oftmals recht sprunghaften zeitlichen Wechseln, was gerade in der zweiten Filmhälfte immer wieder für Verwirrung sorgt und in Verbindung mit dem eher episodenhaften Aufbau einen stimmigen Erzählfluss verhindert. Unterdessen bleibt die Inszenierung durchwegs recht seicht und oberflächlich, wodurch nicht nur jeglicher kritische Unterton im Keim erstickt wird, sondern das Ganze gerade in Anbetracht der behandelten Thematik unerwartet prüde und sehr romantisiert voranschreitet. Ohnehin gerät die titelgebende Agentur sowie deren Geschichte in vielen Momenten allzu stark in den Hintergrund, wogegen sich die Erzählung zu sehr auf zwischenmenschliche Konflikte und Dramen konzentriert, was dem Ganzen beinahe den Charakter einen Seifenoper verleiht - und das, obwohl Diva Futura grundsätzlich viel Wert auf Authentizität und historisch korrekte Darstellungen legt, was sowohl die Wahl der optisch wirklich hervorragenden Besetzung wie auch einige eingestreute Originalaufnahmen belegen...
Details der Blu-ray
Das Bild der Blu-ray besticht durch ein sehr scharfes, detailfreudiges Bild mit einer authentischen Körnung. Farben werden sehr hell und strahlend dargestellt, bleiben dabei aber stets natürlich. Kontrastumfang und Schwarzwert bewegen sich ebenfalls auf einem sehr guten Niveau. Die Tonspur verzichtet größtenteils auf nennenswerte Akzente oder Raumklang, gibt sich aber dennoch atmosphärisch und sauber abgemischt. Der Fokus liegt hier klar auf den Dialogen, die durchwegs klar und verlustfrei wiedergegeben werden. Cover & Bilder © Busch Media Group GmbH / ©LUCIAIUORIO Das Fazit von: MarS
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