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Animale
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BEWERTUNG |
08.01.2026 von MarSMit ihrem zweiten Langfilm Animale präsentiert uns die französische Filmemacherin Emma Benestan einen Mysterythriller mit Body-Horror Elementen, der sich mit der Rolle der Frau in einer patriarchalischen Gesellschaft beschäftigt. Wir haben für Euch den Stier bei den Hörnern gepackt und einen Blick riskiert...
Nejma (Oulaya Amamra) arbeitet gemeinsam mit ihrem Bruder auf einer Farm für Stiere, und träumt schon ihre ganzes Leben lang davon, selbst einmal eine Stiefkämpferin zu werden - auch wenn dieses Privileg eigentlich nur den Männern in der traditionsbewussten Camargue vorbehalten ist, und sie für ihren Ehrgeiz immer wieder belächelt wird. Doch Nejma lässt sich nicht unterkriegen, und schafft es sogar, im Kreis der übrigen Stierkämpfer akzeptiert und aufgenommen zu werden. Doch die auf ihr langersehntes Debüt folgende Nacht voller Alkohol und Drogen hinterlässt bei Nejma nicht nur Erinnerungslücken, sondern auch körperliche Veränderungen, die sich nicht auf rationale Art und Weise erklären lassen. Als dann auch noch einer der anderen Stierkämpfer brutal verstümmelt aufgefunden wird, beginnt sich Nejma zu fragen, was in der Nacht nach ihrem ersten Kampf tatsächlich geschehen ist...
Als Frau in einer von Männern dominierten Welt Fuß zu fassen erfordert viel Durchhaltevermögen, einen eisernen Willen und oftmals auch die sprichwörtlichen Hörner - die in Animale allerdings nicht nur sprichwörtlich bleiben. Die Hauptfigur ebenso tough wie zerbrechlich, das Umfeld ebenso geprägt von Akzeptanz wie von Ablehnung, Animale lebt sowohl von seinen Kontrasten wie auch von seiner erzählerischen Ambivalenz. Gleichzeitig besticht der Mysterythriller mit Body-Horror Elementen aber ebenfalls auf metaphorischer Ebene, während die Inszenierung längst nicht alle Fakten auf den Tisch legt, sondern oftmals absichtlich vage und nebulös bleibt. In Verbindung mit der sehr ruhigen Erzählung, die nur selten gezielte Spitzen einsetzt und ganz allgemein auf emotionale Tiefe verzichtet entsteht dadurch ein schwieriges, schwermütiges Gesamtwerk, das zwar durchaus seine ganz eigene Faszination ausstrahlt, dabei aber stets etwas zu distanziert erscheint. Dem entgegen wirkt allerdings eine hervorragende Atmosphäre, ebenso wie nicht minder stimmungsvoll gefilmte und entsprechend musikalisch untermalte Momentaufnahmen, und auch der dezente Einsatz der Horrorelemente wirkt trotz des Fehlens wirklich drastischer Szenen stets sehr intensiv auf den Zuschauer - ganz genau wie die finale Enthüllung, die schwer wie ein Stein im Magen liegenbleibt und gemeinsam mit den äußerst eindringlichen Schlussszenen durchaus bleibenden Eindruck hinterlässt...
Details der 4K UHD
Die 4K UHD liefert ein scharfes, kontraststarkes Bild mit hervorragendem Schwarzwert und satter Farbdarstellung, wobei letztere vor allem auf dunkle, erdige Töne setzt. Die stetige Körnung harmoniert angenehm mit Stimmung und Look der Inszenierung und sorgt für eine sehr ansprechende Gesamtoptik, wobei feine Details stets sichtbar bleiben. Die Tonspur liegt in einer DTS-HD 5.1 Abmischung vor und liefert eine saubere, gut ausbalancierte Wiedergabe. Dynamik und Raumgefühl bewegen sich auf ordentlichem Niveau, und setzen in den richtigen Momente Akzente im gesamten Boxenspektrum. Die Dialoge werden klar und differenziert im Raum ortbar wiedergegeben.
Zum Mediabook können wir leider keine Angaben machen, da uns für unsere Kritik lediglich die 4K UHD als Pressedisc zur Verfügung stand. Cover & Bilder © Plaion Pictures Das Fazit von: MarS
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