Agent Avenue  - Division M

Agent Avenue - Division M

Genre: Duellspiel • Kartenspiel • Bluffen • Set Collection
Autor: Christian Kudahl, Laura Kudahl
Illustrator: Fanny Pastor-Berlie
Spieleverlag: Nerdlab Games
Empfohlenes Alter: 8+ Jahre
Spieldauer: 10-15 Minuten

Agent Avenue - Division M   12.01.2026 von 2-PL4Y3R5

Agent Avenue haben wir letztes Jahr von der SPIEL 2024 mitgebracht. Wir haben uns immer noch nicht satt gespielt, obwohl es sehr häufig auf den Tisch kommt. Zur SPIEL 2025 erschien nun die Erweiterung Division M. Was es damit auf sich hat und ob man diese Erweiterung wirklich braucht, verraten wir euch hier.

 

Ihr kennt die Regeln des Grundspiels nicht? Dann schaut in unsere Rezension zu Agent Avenue vorbei.

 

Das Material und die Vorbereitung

 

Division M kommt mit 6 neuen, identischen Division M Agentenkarten, die in das Agentenkartendeck des Grundspiels gemischt werden. Die dazugehörigen Division M Spielfiguren sind in Design und Farbgebung den Spielfiguren des Grundspiels angelehnt. Daneben bringt die Erweiterung noch 15 neue Schwarzmarktkarten mit, die ins Schwarzmarktkartendeck des Grundspiels gemischt werden. Die Schwarzmarktkarten werden nur im fortgeschrittenem Spielmodus benötigt.

 

Am Spielaufbau hat sich absolut nichts verändert. Die zwei zusätzlichen Division M Spielfiguren werden zu Spielbeginn neben dem Spielplan platziert. Sie kommen erst im Spielverlauf ins Spiel.

 

Das Spielziel

 

Wie im Grundspiel geht es thematisch darum den Gegner zu „enttarnen“. Kurzer Recap: Im Grundspiel gibt es drei Siegbedingungen; die gegnerische Spielfigur „fangen“, drei Codeknacker ausspielen oder dem Gegner den dritten Draufgänger unterjubeln. Mit der Erweiterung kommt eine vierte Siegbedingung hinzu. Man gewinnt nun auch, wenn am Ende eines Zuges die gegnerische Spielfigur und der eigene Division M Spielstein auf demselben Feld stehen.

 

Der Spielablauf

 

Am allgemeinen Spielablauf hat sich ebenfalls nichts verändert. Spieler spielen abwechselnd eine verdeckte und eine offene Agentenkarte, wonach sich der Gegner für eine dieser Karten entscheidet und sie in seine Auslage legt. Der aktive Spieler bekommt die übrige Karte. Dann bewegen beide Spieler ihre Spielfiguren auf dem Spielplan, entsprechend den erhaltenen Karten und davon abhängig wie häufig sie bereits identische Karten in ihrer Auslage haben.

 

Was ist hier neu? Sobald man sich eine der neuen Agentenkarten mit der Division M nimmt, darf man seine Division M Spielfigur bewegen. Mit der ersten Karte platziert man seinen Division M Spielstein auf das eigene Startfeld des Spielplans. Mit der zweiten und dritten Division M Agentenkarte darf man diesen Spielstein um bis zu einem bzw. zwei Felder nach vorne oder hinten bewegen. Man kann also auch mit dieser Spielfigur den Gegner fangen. Anders als bei den Spielfiguren des Grundspiels, kann man aber an den gegnerischen Division M Spielsteinen vorbeilaufen, ohne dass dies irgendwelche Konsequenzen hätte. Nur, wenn man seine Bewegung direkt auf demselben Feld beendet, wäre das schlecht. Die Konsequenz: eine sofortige Niederlage.

 

Die fortgeschrittene Spielvariante bietet mit der Erweiterung 15 neue Schwarzmarktkarten, von denen viele sehr situativ sind und die Funktion verschiedener Agentenkarten verändern. Zwei der 15 Schwarzmarktkarten ermöglichen auch eine Interaktion mit Division M: eine Karte schützt vor einer Niederlage durch den gegnerischen Division M Spielstein, eine andere Karte ermöglicht seinen Division M Spielstein um drei Felder zu bewegen.

 

 

Bildergalerie von Agent Avenue - Division M (7 Bilder)

Spielmaterial

 

  • 2 Spielsteine „Division M“
  • 6 Agenten-Karten „Division M“
  • 15 Schwarzmarkt-Karten


Cover & Bilder © Cover und Bilder im Artikel: Nerdlab Games / Bilder in der Galerie und Teaserbild: www.sofahelden.de


Das Fazit von: 2-PL4Y3R5

2-PL4Y3R5

Spielspaß/Spielgefühl: Agent Avenue macht uns sehr viel Spaß. Daher war es nur logisch, dass wir uns auch die Erweiterung - Division M - ansehen. Zugegebenermaßen war die Messlatte hoch. Kann uns Agent Avenue überhaupt noch mehr Spaß machen? Tatsächlich hat Agent Avenue mit Division M nicht mehr, aber auch nicht weniger Spaß gemacht. Die neuen Spielfiguren, die sich ebenfalls auf dem Spielplan bewegen können, stellen „Hindernisse“ da, welche die Kartenauswahl etwas einschränkt. Man verliert nämlich sofort, wenn die eigene Spielfigur auf dem Feld der gegnerischen Division M Figur landet (nicht aber, wenn man sie überholt oder von ihr überholt wird). Insgesamt war Agent Avenue dadurch etwas „anstrengender“. Auf der anderen Seite können sich auch sehr interessante taktische Stellungen ergeben, die durchaus Spaß machen und die bekannte Schadenfreude des Grundspiels aufleben lassen. Wir finden: Division M macht das sehr gute Grundspiel nicht wirklich besser, das Spielgefühl nicht wirklich anders.

 

Balancing/Glücksfaktor: Etwas enttäuscht waren wir von der Tatsache, dass man seine Division M im gesamten Spielverlauf vielleicht 1-2 mal bewegt, maximal. Selbst wenn alle Agentenkarten mit der Division M und die Schwarzmarkt-Karte, die eine Division M Bewegung ermöglicht, ins Spiel kommen, können die beiden Division M Spielfiguren zusammen maximal 5 mal bewegt werden, denn die ersten beiden Division M Agentenkarten bringen die Figuren erst auf den Spielplan. Hier hätten wir uns mehr strategische Möglichkeiten und Flexibilität gewünscht. Die Division M ist mehr ein zusätzliches „festes“ Hindernis als eine Figur, die man zur taktischen Platzierung auf dem Spielplan verwenden kann.

 

Komplexität/Regeln: So ein winziges Regelheftchen haben wir noch nie gesehen. In zwei Minuten hat man die drei relevanten Seiten durchgelesen. Die Komplexität erhöht sich durch die Erweiterung nicht wirklich. Zu der Division M Karte muss man nur wissen, dass man mit der ersten Karte seine Spielfigur auf sein Startfeld stellen darf und mit jeder weiteren Karte 1 bzw. 2 Schritte vor oder zurücklaufen kann. Die neuen Schwarzmarktkarten haben wie auch die des Grundspiels einen Kartentext, der die Fähigkeiten beschreibt, ohne dass es extra Regeln benötigen würde.

 

Spielerinteraktion/Spieleranzahl: Division M ändert nichts daran, dass Agent Avenue im Kern ein reines 2-Personen Spiel ist. Die Erweiterung ist aber auch mit der 3-4 Personen-Variante kompatibel, hat aber hier keinen Einfluss auf die Grundregeln. Division M macht Agent Avenue, das ohnehin sehr interaktiv ist, nicht wesentlich interaktiver. Am Spielgefühl ändert sich hier kaum etwas.

 

Spieldauer: Auch hier ändert sich nichts. Wenn, so mag man meinen, dann wird die Spieldauer im Schnitt eher verkürzt, weil eine neue Siegbedingung hinzukommt. In der Praxis muss man etwas länger nachdenken, dass man sich nicht selbst reinreitet, weil die Division M Spielfigur im Weg herumsteht und „umgangen“ werden muss.

 

Wiederspielbarkeit: Ja, das neue Spielelement mit den Division M Spielfiguren und den dazugehörigen Agentenkarten erhöht die Wiederspielbarkeit, wenn auch nicht merklich. Denn es kommen neue Möglichkeiten hinzu, zu gewinnen und zu taktieren. Das erhöht die Abwechslung zwischen Partien. Aber Hand aufs Herz: für eine Erweiterung hätte man sich dann vielleicht doch ein paar mehr Agentenkarten gewünscht. Wir finden fast, dass die 15 neuen Schwarzmarkt-Karten eine noch größere Bereicherung für die Wiederspielbarkeit darstellen, denn sie verdoppeln das Schwarzmarktkartendeck von 15 auf insgesamt 30 Karten, die alle unterschiedlich sind und das Spielgeschehen, zwar situativ, aber maßgeblich beeinflussen können. Auf der anderen Seite: Das Grundspiel bereitete uns so viel Spaß; die schnell gespielten und von der Spielerinteraktion lebenden Partien boten uns bereits ausreichend Abwechslung, dass wir sehr viele Partien spielten, ohne dass uns bisher langweilig wurde. Ob und wann man die Erweiterung also tatsächlich braucht, muss jeder für sich entscheiden.

Unsere Empfehlung: schafft euch zumindest nicht sofort mit dem Erwerb des Grundspiels die Erweiterung mit an. Spielt erstmal das Grundspiel. Der UVP von 14 EUR für die Erweiterung ist zwar nicht hoch, aber im Verhältnis zu den 20 EUR, die das Grundspiel kostet, sieht das schon ganz anders aus. Wenn ihr dann Agent Avenue bereits rauf und runter gespielt habt und ihr euch ein neues Spielelement wünscht, das frischen Wind mitbringt, könnt ihr euch die Erweiterung nochmal anschauen.

 


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