The Furious

The Furious

Originaltitel: Huǒ zhē yǎn
Genre: Action • Thriller • Martial-Arts
Regie: Kenji Tanigaki
Hauptdarsteller: Xie Miao • Joe Taslim
Laufzeit: DVD (109 Min) • BD (113 Min)
Label: Capelight Pictures
FSK 18

The Furious   03.10.2026 von MarS

Mit seinem Actionthriller The Furious will der Hongkong-Regisseur Kenji Tanigaki den Brawler The Raid vom Thron des Genres stoßen. Ob ihm dies gelungen ist, das erfahrt Ihr in unserer Kritik...

 

Inhalt

 

Nach seiner Flucht aus China lebt der stumme Wang Wei (Xie Miao) als Handwerker irgendwo in Südostasien, wo er sich so gut er kann um seine Tochter Rainy (Yang Enyou) kümmert. Als Rainy von skrupellosen Menschenhändlern entführt wird und er von der korrupten Polizei keinerlei Hilfe erhält, nimmt Wang Wei die Rettung seiner Tochter in die eigenen Hände. Auf seiner Suche trifft er schließlich den Journalisten Navin (Joe Taslim), der nach dem Verschwinden seiner Frau Matia (JeeJa Yanin) ebenfalls einen Feldzug gegen die Verbrecher führt. Gemeinsam stellen sich die beiden ihrem übermächtigen Gegner...

 

Im Jahr 2011 hatte der indonesische Actionkracher The Raid nicht nur für weltweite Aufmerksamkeit für das "Brawler"-Genre gesorgt, sondern direkt eine Messlatte gesetzt, an der seitdem unzählige Actionfilme gescheitert sind. An dieser Stelle muss ich persönlich zugeben, dass ich den Hype um The Raid nie wirklich verstanden habe, und mich zwar die Actionsequenzen durchaus unterhalten und stellenweise beeindruckt haben, das Ganze inhaltlich und erzählerisch aber in meinen Augen komplett für die Tonne war. Genau an dieser Stelle kommt nun Kenji Tanigakis The Furious ins Spiel, der nicht nur an der gesetzten Messlatte rüttelt, sondern sie mit brachialer Wucht einfach einreißt...

 

Zu verdanken hat das The Furious dem absolut gelungenen Zusammenspiel zwischen extrem hohem Tempo und beinahe pausenloser Action sowie einer zwar übersichtlichen und recht simplen, dafür aber absolut effektiv umgesetzten und sogar emotional aufgeladenen Geschichte, die er zu erzählen hat. Dass die handlungsrelevanten Sequenzen so gut funktionieren, das hat The Furious dabei seinen hervorragend harmonierenden Darstellern zu verdanken, wobei sowohl die Vater-Tochter-Beziehung zwischen Xie Miao und Filmtochter Yang Enyou durchwegs glaubwürdig und authentisch wirkt, als auch die spätere partnerschaftliche Verbindung zwischen Miao und Joe Taslim, beide angetrieben von Verzweiflung, Hoffnung und - passend zum Filmtitel - einer Menge Wut. Letztere führt schließlich dann auch dahin, wo The Furious am Ende wirklich seine Stärken ausspielen kann und mit anderen Genrevertretern den Boden wischt: Der Action. Jede Sequenz ist hier so grandios choreografiert, dass es beinahe einem Tanz gleicht - wären da nicht die brechenden Knochen sowie die blutige Brutalität, mit der die Kämpfe alles andere als geizen. Gleichzeitig gelingt es The Furious, die Kampfszenen nicht nur abwechslungsreich und hochklassig zu halten, sondern diese auch trotz des hohen Tempos sowie der Vielzahl an beteiligten Personen durchwegs übersichtlich zu gestalten, während die Kamera für spektakuläre Bilder mit einem Mix aus Nahaufnahmen und weiträumiger Übersicht sorgt. 

 

Passenderweise bleibt die Inszenierung hier in den Actionszenen absolut authentisch, denn auch wenn die Figuren deutlich mehr einstecken können, als dies unter realen Umständen möglich wäre, bleiben die Kämpfe selbst ausnahmslos realitsisch, wobei zudem niemand zum übermächtigen Helden gemacht wird, sondern wirklich jeder mit Erschöpfung, Schmerzen und blutigen Wunden zu kämpfen hat.

 

Dazu noch ein Fun-Fact am Rande: Nachdem The Furious auf Grund seiner Gewaltspitzen sowie seiner Rache-Thematik bereits in den Kinos nur mit einer FSK "Keine Jugendfreigabe" zu sehen war, verweigerte die Prüfstelle dem Film die Freigabe für die Heimkinoauswertung in erster Instanz. Ein erneuter Antrag durch Capelight Pictures führte schließlich dann doch noch zu einer Freigabe ab 18 Jahren...

 

Details der 4K UHD

 

Die 4K UHD liefert ein messerscharfes, detailreiches Bild mit hervorragend eingestelltem Kontrast sowie einem satten Schwarzwert. Farben wirken trotz der oftmals stilisierten Farbpalette durchwegs kräftig und natürlich. Die Actionszenen profitieren von der in Dolby Atmos vorliegenden Tonspur und sorgen für ein großartiges und atmosphärisches Raumgefühl, das sich vor allem durch gezielte Effekte und Kampfgeräusche auszeichnet und bei Bedarf auch den Subwoofer druckvoll ins Geschehen integriert. Der stimmige Score unterstreicht dabei sehr schön das Geschehen, während die Sprachwiedergabe ausnahmslos verlustfrei, klar und gut ortbar erfolgt. 

 

Bildergalerie von The Furious (11 Bilder)

Details des Mediabooks

 

Das limitierte Mediabook erscheint in zwei Covervarianten, die jeweils von einer losen J-Card mit Inhaltsangaben und Details umschlossen sind. Die uns zur Verfügung gestellte Variante A zeigt auf dem Cover ein in schwarz-weiß gehaltenes Kampfmotiv aus dem Film neben dem Titelschriftzug. Der Originaltitel überlagert dabei den internationalen Titel und sticht durch seinen glänzenden roten Farbton deutlich aus dem ansonsten matt gehaltenen Cover hervor. Die Rückseite liefert ebenfalls ein Motiv aus dem Film und zeigt einen der erinnerungswürdigsten Gegner in voller Aktion. Auf einen Innendruck wurde beim Mediabook verzichtet. Das 36-seitige Booklet, entstanden in Kooperation mit dem Deadline Filmmagazin, ist ebenfalls farblich sehr zurückhaltend gestaltet und bietet neben zahlreichen Szenenbildern auch ein Interview mit Hauptdarsteller Joe Taslim sowie einen interessanten Einblick in die Produktion und die Action in The Furious.



Cover & Bilder © capelight pictures OHG / © 2025 EDKO FILMS LIMITED. / Produktfotos: www.sofahelden.de


Das Fazit von: MarS

MarS

Mit perfekt choreografierter Wucht stößt das brachiale Actionbrett The Furious den Langzeit-Hit The Raid vom Brawler-Thron. The Furious liefert Actionszenen, die alles andere als elegant sind, sondern vielmehr durch ihre Rohheit, Brutalität und damit ihre Authentizität zu überzeugen wissen, und in so hoher Frequenz sowie in so hohem Tempo aufeinanderfolgen, dass man als Zuschauer keinerlei Zeit zum Verschnaufen hat. Dass es The Furious dennoch gelingt, sympathische Charaktere und eine emotionale, dramatische Geschichte zu liefern, das ist in Anbetracht der schonungslosen Action geradezu ein Kunststück. Für Action- und Martial-Arts-Fans führt an The Furious auf jeden Fall kein Weg vorbei...


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