Catan - Sternenfahrer

Catan - Sternenfahrer

Genre: Wirtschaftsspiel • W├╝rfelspiel • Aufbauspiel
Autor: Klaus Teuber
Illustrator: Franz Vohwinkel
Spieleverlag: Kosmos
Empfohlenes Alter: 12
Spieldauer: 120 Minuten

Catan - Sternenfahrer   14.01.2024 von Born2bewild

Für einen kurzen Moment stand die Brettspielewelt still als im April 2023 Klaus Teuber, der Schöpfer von Die Siedler von Catan, verstarb. In Zusammenarbeit mit seinem Sohn entstand noch das Spiel Catan - Sternenfahrer - Das Duell, was für uns der Anlass war, den „Vorgänger“ Catan - Sternenfahrer erst einmal unter die Lupe zu nehmen. Ob das Spiel von uns eine galaktische Wertung erhalten hat, erfahrt Ihr in unserem Review…

 

Spielmaterial und Aufbau

 

Bei Catan - Sternenfahrer hat es nicht nur die Verpackung mit ihrer Größe in sich, sondern auch ihr Inhalt. Sobald man die Verpackung öffnet, bekommen Fans von Inlays direkt feuchte Augen, denn es lächeln einem zwei lehre Trays für Karten und Zubehör entgegen. Außerdem gibt es den Spielplan in Puzzleform in einer Plastiktüte sowie zwei Stanzbögen und zwei Anleitungen (eine Spielanleitung und ein Almanach) zu bewundern. Im unteren Teil der Verpackung befindet sich noch ein weiteres Inlay mit den Raketen, ihren Upgrade-Bauteilen und diversen Karten. Bevor es losgehen kann, gilt es erst einmal die Karten auszupacken, einzusortieren und auch die Stanzbögen auszupöppeln. Ein weiteres positives Merkmal sind die Aufdrucke auf dem Karten-Tray, auf dem die Tausch-Verhältnisse für die Karten mit abgebildet sind. So hat man immer im Blick, dass „normale“ Ressourcen 3:1 und die Handelswahren 2:1 getauscht werden können. Einen kleinen Kritikpunkt haben wir hier allerdings: In unserer Version klebten ein paar Karten zusammen. Dieses Problem ließ sich aber schnell und ohne Beschädigungen lösen. Ein besonderes Highlight sind wiederum die Raketen, von denen es vier Stück gibt und die später als Würfel dienen und noch mit Aufkleber versehen und Kugeln befüllt werden müssen. Dem Ganzen liegen insgesamt 11 Zip-Beutel bei, die für die Auslieferung sehr sinnvoll sind, aber dank der schönen Inlays später eigentlich unnötig sind.

 

Kommen wir zum eigentlichen Spielaufbau: Als erstes wird der Spielplan zusammengepuzzelt. Dann sollte man für die ersten Runden dem Aufbau für das erste Spiel aus der Anleitung folgen. So gibt es eine halbwegs gerechte (und nicht zufällige) Verteilung der Ressourcen. In die Aussparungen der Spielplanteile werden die Raumquadranten gelegt. Oben drauf werden die Zahlenchips zufällig verteilt. Die Karten werden in die entsprechenden Felder gelegt und die Spielfiguren der Aliens mitsamt ihren Freundschaftskarten neben dem Spielplan bereitgelegt. Nun entscheidet Ihr Euch für jeweils eine Farbe und nehmt Euch das Spielmaterial. Die Siegpunktmarker werden auf den Start der Siegpunkteleiste gelegt und dann werden die ersten Raumdocks und Kolonien verteilt und Ihr entscheidet, wer das Spiel beginnt.

 

Ziel des Spiels

 

In Catan - Sternenfahrer sammelt man, ähnlich wie beim Grundspiel, durch den Ausbau seiner Zivilisation Siegpunkte. Das Spiel endet, sobald einer von Euch mindestens fünfzehn Siegpunkte hat. Diese*r Spieler*in gewinnt das Spiel.

 

Die Anleitung

 

Auch hier kennt man es vielleicht schon von Catan. Die Anleitung ist in zwei Teile aufgeteilt. Das eine ist eine Art Losspielanleitung. Man liest sich den Aufbau und die übrigen fünf Seiten durch und kann so schon sehr gut spielen. Für Details zu den Regeln und der Geschichte gibt es dann noch den Almanach, der das Ganze sehr gut ergänzt und auch als Referenzhandbuch gesehen werden kann.

 

Auf in den Kosmos…

 

Wer Die Siedler von Catan schon kennt, findet sich in großen Teilen des Spieles schon zurecht. Es gibt zwei verschiedene Arten von „Siedlungen“: Die Kolonien und die Raumhäfen, mit deren Hilfe Ihr Euch Bauplätze sichert und so an Ressourcen kommt. Allerdings gibt es keine Straßen mehr. Diese wurden mehr oder weniger durch die Raumschiffe ersetzt. In Catan - Die Sternenfahrer könnt Ihr zwei verschiedene Arten von Schiffen bauen: Kolonieschiffe und Handelsschiffe. Erstere steckt Ihr Euch aus einer Transportrakete und einer Kolonie zusammen. Damit könnt Ihr dann zu fremden Planeten fliegen, um dort die Rakete abzukoppeln (und zurück in den Vorrat zu legen) und die Kolonie als solche stehen zu lassen. Um Freundschaften mit fremden Spezies zu schließen benötigt Ihr ein Handelsschiff, welches sich aus einem Transportschiff und einer Handelsstation zusammensetzt. Mit diesem müsst Ihr in einen der vier Andockpunkte der Aliens niederlassen, um ein Bündnis mit ihnen einzugehen. Dadurch erhaltet Ihr eine der Freundschaftskarten, die Euch Boni wie zum Beispiel verbesserte Tauschoptionen (ähnlich der Hafen in Catan) bringen. Einen Räuber gibt es nicht, dafür aber Ereigniskarten, die Euch vor Entscheidungen mit direkten Konsequenzen stellen.

 

Der Spielablauf an sich startet für die aktiven Spieler*innen immer mit einem Würfelwurf, mit dem Ihr Euch Eure Ressourcen erwürfelt. Hinzu kommt anschließend, dass Ihr euch von einem Vorratsstapel zusätzlich noch bis zu zwei (je nach Höhe der Siegpunkte) zufällige Ressourcenkarten ziehen dürft. Hier gilt aber auch: Bei einer Sieben müsst Ihr Ressourcenkarten ablegen. Dann folgt die Bau- und Handelsphase, in der Ihr Schiffe bauen oder Eure Kolonien zu Raumhäfen ausbauen könnt (dargestellt durch einen Ring, den Ihr über Eure Kolonie legt). Außerdem könnt Ihr Euer Raumschiff mit Bordkanonen, Frachtmodulen oder einem verbesserten Antrieb ausbauen. Diese Verbesserungen gelten dann für alle Eure gebauten Transportschiffe. Ihr benötigt Sie in der Flugphase. Hierbei nehmt Ihr Eure Rakete, stellt sie auf den Kopf und schüttelt sie. Dann stellt Ihr sie auf den Tisch und seht nun zwei Kugeln. Diese legen fest, wie weit Ihr mit all Euren Transportschiffen fliegen könnt. Hinzuaddiert werden die Anzahl Eurer Antriebsmodule. Doch bevor Ihr Euch bewegen dürft, guckt Ihr erst einmal, ob bei Eurem Wurf eine schwarze Kugel dabei ist. Ist das der Fall, muss Euch erst einmal einer Eurer Mitspielenden eine Ereigniskarte vorlesen und Ihr Euch durch dieses Ereignis durch“kämpfen“. Hierbei können positive Effekte auftreten, wie zum Beispiel, dass ihr halbe Medaillen erhaltet, die Euch in vollständiger Form einen Siegpunkt geben, aber es gibt auch negative Auswirkungen. Dann dürft Ihr Eure Raumschiffe bewegen. Bleibt Ihr dabei mit einem Kolonieschiff an einem Koloniebauplatz stehen, verwandelt es sich in eine Kolonie. Ihr nehmt also Euren Transporter zurück in den Vorrat und lasst die Kolonie stehen. Sie bringt Euch einen Siegpunkt und ab sofort auch Rohstoffe der angrenzenden Planeten. Zusätzlich zu den Zahlmarkern gibt es noch Sondermarker, die Piraten oder Eisplaneten zum Vorschein bringen. Für diese benötigt ihr eine bestimmte Anzahl an Bordkanonen oder Frachtmodulen. Dann erhaltet Ihr auch Siegpunkte und besondere Zahlenmarker auf den entsprechenden Planeten. Mit den Handelsschiffen verhält es sich ähnlich wie bei den Kolonieschiffen, nur dass man eben an anderen Stellen andocken muss und eine gewisse Voraussetzung an Frachtmodulen benötigt. Sobald Ihr mit Eurer Flugphase fertig seid, gebt Ihr die Würfel nach links weiter und die nächste Ertragsphase beginnt. Das geht so lange weiter, bis eine*r von Euch fünfzehn Siegpunkte erreicht hat und das Spiel so gewinnt.

 

Bildergalerie von Catan - Sternenfahrer (10 Bilder)

Lieferumfang

 

  • 4 große Mutterschiffe
  • 24 Bordkanonen
  • 24 Antriebe
  • 20 Frachtmodule
  • 6 Spielplanteile
  • 16 Raumquadranten
  • 4 Aufsteller
  • 40 halbe Medaillen
  • 36 Zahlenchips
  • 16 Sondermarker
  • 100 Rohstoffkarten
  • 32 Begegnungskarten
  • 20 Freundschaftskarten
  • 12 Übersichtskarten
  • 96 Spielfiguren
  • 2 Würfel
  • 1 Kartenhalter
  • 1 Ausbaubox
  • 1 Etikettenbogen
  • 1 Almanach
  • 1 Spielanleitung
  • 11 Zip Beutel


Cover & Bilder © Cover: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG / Bilder im Artikel und Teaserbild: www.sofahelden.de


Das Fazit von: Born2bewild

Born2bewild

Alex:

Also vorab: Ich mag die Siedler von Catan nicht. Josi mag es sehr gerne und ich komme mit dem Spiel nicht klar. Ich mag diese „Enge“ nicht und habe das Gefühl immer zu verlieren. Da ich aber Science-Fiction Fan bin, kam ich auf die Idee, man könnte mal die Sternenfahrer ausprobieren. Und was soll ich sagen: Ich mag es, Josi mag es und die Kinder mögen es. Vor allem faszinierend war es bei unserem Kleinen (7), der bei den meisten komplexeren Spielen immer gerne mitspielen möchte, aber nach zwei Minuten nicht mehr stillsitzen kann. Anders bei Catan - Sternenfahrer, hier hat er ständig etwas zu tun und war nahezu vollständig mit voller Konzentration dabei. Ein Pluspunkt ist natürlich das überragende Spielmaterial, das gleich Lust auf mehr macht, gefolgt von den Inlays, die den inneren Monk zufriedenstellen, aber auch das Spielgefühl an sich. Durch den Weltraum hat man nicht dieses „Engegefühl“ wie bei Catan, man hat das Gefühl, sich in unendlichen Weiten zu bewegen und sich nicht so massiv zu behindern. Hinzu kommen die Ereignisse, die sehr viel Abwechslung ins Spiel bringen und durch eigene Entscheidungen beeinflusst werden können. So ist es nicht nur ein einfaches Aufbauspiel, sondern ein Abenteuer für die ganze Familie. Und nochmal zum Spielmaterial: dieser modulare Aufbau mit den Schiffen, die sich quasi zu den Basen transformieren, die Kolonien, die durch einen „Ausbauring“ zu Raumdocks werden, all das wirkt sehr durchdacht und auch hochwertig. Eigentlich etwas, was man eher bei einem Kickstarter als bei einer Retailversion erwarten würde. Die Krönung des Ganzen wäre jetzt natürlich, wenn man die Alien Figuren noch als Kunststofffiguren hätte. Aber irgendwie muss das Spiel ja auch noch bezahlbar bleiben. Für mich ist es eine klar 10/10, ich habe hier nichts zu kritisieren und bin begeistert.


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