Anacondas - Der Fluch des Schlangengottes

Anacondas - Der Fluch des Schlangengottes

Originaltitel: The Anacondas
Genre: Creature-Horror • Abenteuer • Action
Regie: Marcel Walz
Hauptdarsteller: Dominic Keating • Danielle Titus
Laufzeit: DVD (83 Min) • BD (86 Min)
Label: Lighthouse Home Entertainment
FSK 16

Anacondas - Der Fluch des Schlangengottes   14.07.2026 von MarS

Nach den Anfängen im Independent-Bereich und seinem international beachteten Remake des Splatter-Klassikers Blood Feast lebt der in Deutschland geborene Filmemacher Marcel Walz inzwischen in Los Angeles, Kalifornien, wo er aktuell vor allem als Regisseur für die Mockbuster-Schmiede The Asylum tätig ist. Lighthouse Home Entertainment veröffentlicht nun mit Anacondas - Der Fluch des Schlangengottes eine seiner Arbeiten...

 

Inhalt

 

Ein sagenumwobenes Artefakt für ein Team von Archäologen tief in den unerforschten Dschungel Mexikos. Dort stoßen sie schließlich auf einen antiken Tempel, der einst einer geheimnisvollen Zivilisation dazu diente, ihrem Schlangengott Opfer darzubringen. Die anfängliche Begeisterung über ihren Fund weicht jedoch schon bald blankem Entsetzen, als die Gruppe feststellen muss, dass der Schlangengott alles andere als erfreut darüber ist, seit Jahrhunderten nicht mehr gefüttert worden zu sein, und deshalb beschlossen hat, sich selbst um seine Ernährung zu kümmern...

 

Billig produzierte Mockbuster, die im Fahrwasser großer Hollywoodproduktionen mitschwimmen, und unzählige Creature-Horrorfilme, die sich nur selten selbst ernst nehmen und vor allem durch miserable CGI-Effekte "glänzen", das sind die beiden Steckenpferde der Produktionsschmiede The Asylum. Anacondas - Der Fluch des Schlangengottes bildet da kaum eine Ausnahme, und so weiß man direkt, worauf man sich hier einlässt. Wobei der deutsche Regisseur Marcel Walz tatsächlich versucht, den oftmals in Asylum-Produktionen vorherrschenden Humor - ob dieser nun freiwillig oder unfreiwillig vorhanden ist - beiseite zu legen, und zumindest seine Inszenierung in eine ernsthafte Richtung zu lenken. Ein Vorhaben, das allerdings nur bedingt Form annimmt, denn dafür ist das gesamte Geschehen einfach zu absurd sowie vollgepackt mit massiven Logiklöchern, während es den Darstellern in keinem Moment gelingt, mehr als nur sichtlich bemüht zu agieren. Immerhin sind die Akteure, so hölzern und unnatürlich sie auch arbeiten mögen, damit noch deutlich bemühter als das Drehbuch, denn Anacondas - Der Fluch des Schlangengottes ist so unglaubwürdig und bizarr, dass es schon beinahe schmerzt. Anacondas im mexikanischen Dschungel, wo es gar keine Anacondas geben dürfte, eine uralte Ruine, die nicht nur aussieht wie frisch gebaut und als ob gerade erst das Putzteam eine runde durch die Gänge gedreht hat, sondern die auch dermaßen offensichtlich auf freier Flur steht, dass man sich fragt, wie diese überhaupt verschollen sein konnte (nun gut, der Film beendet die Suche vermutlich aus diesem Grund bereits nach geschätzten zwei Minuten), und auch die stetig größer werdende Schlange (selbstredend durch massiven CGI-Einsatz zum halbgaren Leben erweckt, und ja, es ist nur EINE) bekommt man nur sehr selten überhaupt zu Gesicht. Im Übrigen muss man sich mit miesen Dialogen vor Greenscreen-Hintergründen sowie Darstellern begnügen, die sicherlich vor allem wegen ihres Aussehens gecastet wurden, weniger für ihr Talent als Charakterdarsteller. Zugutehalten muss man Walz zumindest, dass er durchaus ein Auge für schöne Bilder und einen einigermaßen flüssigen Ablauf hat, und Anacondas - Der Fluch des Schlangengottes kein kompletter Totalausfall ist, sondern immerhin ansehbar bleibt. Eine Asylum-Produktion, bei der man nicht direkt die Flucht ergreifen will, das ist doch irgendwie schonmal ein kleiner Erfolg...

 

Bildergalerie von Anacondas - Der Fluch des Schlangengottes (3 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Das Bild der Blu-ray erweist sich als kontraststark und detailreich mit satten Farben, ebenso wissen die sehr gute Grundschärfe sowie der hohe Detailgrad zu gefallen. Weniger gelungen präsentiert sich die Tonspur, die nicht sonderlich dynamisch klingt und zwar recht ausgewogen ausbalanciert wurde, bei den Dialogen sowie im Bereich der Effekte aber sehr dumpf und "studioähnlich" wirkt. Eine insgesamt ordentliche Veröffentlichung, die allerdings die günstige Produktion widerspiegelt.



Cover & Bilder © Lighthouse Home Entertainment - All rights reserved.


Das Fazit von: MarS

MarS

Machen wir es kurz: Anacondas - Der Fluch des Schlangengottes ist alles andere als ein guter Film, und hat mit unzähligen inszenatorischen und erzählerischen Mängeln zu kämpfen. Auf der anderen Seite jedoch gelingt es Regisseur Marcel Walz, das absurde Geschehen handwerklich sauber und stellenweise durchaus ansehnlich in Szene zu setzen und damit einen Totalausfall zu verhindern, was Anacondas - Der Fluch des Schlangengottes am Ende immerhin zu einer der "besseren" Produktionen aus der Mockbuster-Schmiede The Asylum und damit sogar einigermaßen ansehbar macht. Sicherlich kein Kultpotential wie die Sharknado-Reihe, aber wenigstens auch kein kompletter Creature-Murks, den man direkt wieder entsorgen möchte...


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